Die Schildbürger

Die Schildauer sind die Nachfahren der legendären Schildbürger. Die Schildbürger sind Hauptakteure einer ganzen Reihe von kurzen Erzählungen, den bekannten Schildbürgerstreichen.

Die Schwanksammlungen zu den Schildbürgern sind neben denen zu Till Eulenspiegel die bekannteste deutsche Sammlung von Schelmen-Geschichten in Romanform. Eine Sammlung bzw. ein Volksbuch mit Schildbürger-Schwänken zum Inhalt erschien 1597 erstmals unter dem Titel Das Lalen-Buch.

Einen historisch fundierten Hinweis auf die reale Herkunft der Schildbürger liefert das Vorhandensein des aus den Geschichten bekannten Schildbergs bei Schildau. Von den Bürgern von Schilda, das seit dem 17. Jahrhundert Schildau zugeschrieben wird, handelt die Nacherzählung Erich Kästners und Horst Lemkes.

Bekannte Beispiele

Buch „Die Schildbürger“ von Erich Kästner

„Mitten in Deutschland lag eine Stadt, die Schilda hieß, und deren Einwohner nannte man Schildbürger. Das waren merkwürdige Leute, alles was sie anpackten, machten sie verkehrt.“

Des Rätsels Lösung für ihr Verhalten war jedoch, dass sie sich ahnungslos stellten. Sie bauten also ihr Rathaus ohne Fenster und füllten eimerweise Luft hinein. Die Welt lachte über diese Schildbürgerstreiche. Aber man ließ die Bürger und Bürgerinnen von Schilda in Ruhe. Auf diese Weise hatten die klugen SchildbürgerInnen ein probates Mittel gegen den Ausverkauf ihrer Talente und Tugenden gefunden. Sie taten schlicht so, als ob sie dumm wären, vor allem um Touristen, Rekrutenwerber, Kopf- und Schürzenjäger abzuschrecken.

Gemälde „Die Schildbürger“ von Volker Pohlenz

Der Maler Volker Pohlenz brachte die Schildbürgerstreiche kunstvoll ins Bild.
Volker Pohlenz malt im Stil Alter Meister vor allem historische Bilder.
https://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Pohlenz

Weiterführende Infos

Gemälde von V. Pohlenz

„Lalen-Buch“ von 1597

Stadt Schildau